Die Geschlechtshormone Gestagen und Östrogen beeinflussen nicht nur den Menstruationszyklus, sondern auch die Entwicklung der Brust.
Mediziner sind heutzutage davon überzeugt, dass sie das Wachstum von Krebsvorstufen oder kleiner Krebsgeschwüre fördern können (beispielsweise Mastopathie).Ob sie allerdings als alleiniger Verursacher zu werten sind, müssen die Wissenschaftler erst noch herausfinden. Begründet wird das damit, dass Tumorzellen ebenfalls Hormonrezeptoren besitzen. Diese nehmen das vom Körper gebildete Östrogen wie eine Empfangsstation auf (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Weil Krebszellen sich unter Östrogeneinfluss schneller teilen und vermehren, wächst ein Tumor schneller.
Deshalb gilt als Risikofaktor, wenn eine Frau in ihrem Leben sehr viele Zyklen hat. Je früher beispielsweise die Blutung einsetzt (ab dem 12. Lebensjahr), desto mehr Zyklen hat eine Frau, in denen sie hormonellen Veränderungen ausgesetzt ist. Gleiches gilt, wenn sie erst nach dem 52. Lebensjahr und damit sehr spät in die Wechseljahre kommt. Denn auch hier hat die Frau sehr viele Zyklen.
Aus den genannten Gründen erhöhen Hormonbehandlungen oder Hormonersatztherapien mit Östrogenen und Gestagenen gegen Wechseljahrbeschwerden und zur Osteoporoseprophylaxe das Brustkrebsrisiko.
Dagegen gilt die Einnahme der Antibabypille über mehr als fünf Jahre kaum als Brustkrebsrisiko. Lediglich Frauen, die das veränderte Gen BRCA1 tragen und die Antibabypille einnehmen, haben dadurch ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko.