Mammographie
Home Impressum
Lexikon
Fachbegriffe von A bis Z
 
 
Home | Leben mit Brustkrebs | Austausch | Erfahrungsberichte
. Erfahrungsbericht zum Thema "Diep-Flap"
Im Jahr 2002 hatte ich Brustkrebs. Damals war ich 40 Jahre alt. Ich habe eine Amputation hinter mir und lange nach einer geeigneten Wiederaufbaumethode gesucht. Letztendlich habe ich mich für einen Aufbau mit eigenem Gewebe, der "DIEP"-Methode, entschlossen. Aus meinem Bauchfett wurde eine neue Brust geformt. Doch der Weg bis dahin, war sehr lang. Ich möchte ihn anderen Frauen gerne mitteilen. Vielleicht kann ich ihnen damit helfen:

Nach der Amputation habe ich diverse Ärzte aufgesucht und mich über Wiederaufbaumethoden informieren lassen. Mein Problem war, dass bei mir kein Rest von Haut oder Gewebe bei der Amputation übrig geblieben war. Da ich eine große Brust hatte, war die Prothese eher eine Qual.

Mir wurde die Latissimus-OP empfohlen. "Ansonsten gibt es keine Möglichkeit für Sie", so wurde mir gesagt. Doch ich wollte kein Silikon, weil ich zu Allergien neige.
Dann sprach ich zufällig mit einer Kollegin, die sich Fett hatte absaugen lassen. Sie erwähnte, dass in der Klinik auch Plastische Chirurgie gemacht wird. Also habe ich dort angerufen und einen Termin gemacht. Bei dem Gespräch wurden mir mehrere Methoden erläutert, unter anderem die "DIEP", bei der aus meinem Bauchfett eine Brust rekonstruiert wird. Die Brust wird mit Bauchgewebe inklusive Haut angenäht und kleinste Gefäße werden akribisch genau verbunden. Diese Art des Wiederaufbaus kommt also auch in Frage wenn keine Haut mehr vorhanden ist. Es wird kein Muskel beschädigt. Ich habe nur diese eine Klinik "Alten Eichen" in Hamburg-Stellingen gefunden, die so operiert, kann mir aber vorstellen, dass andere folgen werden.
Ich habe mich sehr schnell zu der OP entschlossen, der Arzt hat mir alles genau erklärt. Die anderen Ärzte der Klinik waren auch einverstanden. Die Krankenkasse hat die Kosten übernommen.
Das einzige Problem war das Rauchen. Ohne Rauchen ist die Gewährleistung besser, das die Gefäße zusammen wachsen. Aber bis zum OP-Termin hatte ich es eingestellt.
Die Operation dauerte 9 Stunden. Anschließend musste ich 5 Tage im Bett liegen. Die Schmerzen waren auszuhalten.
Meine OP liegt jetzt ein Jahr zurück und bis auf Narbenschmerzen und einem empfindlichen Bauchbereich geht es mir gut. Ich habe meinen Entschluss keine Minute bereut, doch es war kein leichter Weg.
Alles in allem, ich würde es wieder machen weil es einfach schön ist, schnell mal vor die Tür zu gehen - ohne vorher die Prothese anlegen zu müssen.
Nachdem die Brust wieder aufgebaut war, habe ich mir die verbliebene Brust verkleinern lassen. Jetzt bin ich fast wieder "die Alte"...

Mit freundlichen Grüßen
Ellen Gerriets, Hamburg

Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie persönlich Kontakt zu Frau Gerriets aufnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an uns.

...
...
nach oben
----
     
© 2012 Fujifilm Medical