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. Wiederaufbau -
Durch die enormen Verbesserungen in der Plastischen Chirurgie hat die Amputation der Brust in den letzten Jahren etwas an Schrecken verloren.
Wie bei der Wahl der optimalen Behandlung muss auch hier in aller Ruhe zwischen den verschiedenen Methoden des Brustaufbaus und dem richtigen Zeitpunkt gewählt werden. Es ist möglich, die Entfernung des Tumors, eine Amputation und den Wiederaufbau der Brust in nur einer Operation durchzuführen. Der Patientin bleibt so das traumatische Erlebnis des ersten Anblickes der amputierten Brust erspart. Grundsätzlich ist der Wiederaufbau aber auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

In jedem Fall sollte noch vor der ersten Operation neben Gesprächen mit Gynäkologen auch die Meinung eines plastischen Chirurgen eingeholt werden! Nur so ist eine gezielt auf die Bedürfnisse der Frau abgestimmte Beratung und spätere Entscheidung möglich. Auch wenn die Grenzen zwischen gynäkologischen Brustoperationen und plastischer Chirurgie in den letzten Jahren fließend sind, kann die Meinung eines Spezialisten auf dem jeweiligen Gebiet nicht schaden - Wenn Sie Zahnschmerzen haben, fragen Sie ja auch zuerst den Zahnarzt!

! Plastische Chirurgen gehören in den wenigsten Brustzentren automatisch zum Ärztestamm! Sie sollten daher auf Eigeninitiative die Meinung eines entsprechenden Spezialisten einholen.
Hilfe finden Sie unter anderem bei der Vereinigung der deutschen plastischen Chirurgen http://www.vdpc.de/pc/rek_chir/ma_in.html oder http://www.vdaepc.de
Besonders im Bereich der Mikrochirurgie sind viele plastische Chirurgen sehr erfahren.

Silikonprothese
Manche Frauen entscheiden sich für die Einlage einer Silikonprothese, welche jedoch nur möglich ist, wenn noch genug Hautgewebe vorhanden ist.
Um genug Platz für das Silikonkissen zu machen, wird die Haut mit einer sogenannten Expanderprothese gedehnt. Dabei wird eine Art Ballon in regelmäßigen Abständen mit einer Kochsalzlösung gefüllt. Je größer der Ballon wird, desto mehr dehnt sich die darüber liegende Haut und kann Raum für die später einzusetzende Silikonprothese schaffen. Während der Behandlung kann es zu einem starken Spannungsgefühl im Brustbereich kommen, das mit der Zeit nachlässt.

Risiken von Silikonimplantaten
Das Einsetzen von Silikon ist die einfachste Methode, birgt jedoch gewisse Risiken. So lässt Silikon beispielsweise Röntgenstrahlen nicht hindurch, was bedeutet, dass neu aufgetretene Geschwülste oder Metastasen in der Mammographie oder Röntgenaufnahme eventuell übersehen werden können.
Es gibt auch Frauen, die auf Silikon allergisch reagieren. Gelegentlich kommt es auch um die Prothese herum zur sogenannten Kapselfibrose, die zu einer Deformierung der Brust führen kann. In beiden Fällen muss die Prothese wieder entfernt werden. Darüber hinaus muss das Silikonkissen eventuell nach etwa 10 Jahren ausgetauscht werden.

Körpereigenes Gewebe
Neben dem Einsatz einer künstlichen Prothese kann die Brust auch mit körpereigenem Gewebe wieder aufgebaut werden. Der Vorteil dieser Variante liegt vor allem darin, dass die Brust so sehr natürlich wirkt. Anders als bei Plastikimplantaten nimmt die Brust mit der Frau zu oder ab und altert mit ihr.

Es gibt verschiedene Techniken. Zum einen kann der Arzt den langen Rückenmuskel (Latissimus Dorsi), ablösen und unter der Achselhöhle nach vorne durchführen. Dort wird er dann zu einer neuen Brust geformt (Latissimus Dorsi Lappen). Mit dieser Methode lassen sich nur kleine Brüste aufbauen, es besteht jedoch die Möglichkeit, zusätzlich auf Prothesen zurückzugreifen.
Zum Wiederaufbau großer Brüste eignet sich die Verwendung eines Bauchmuskels, weil dort mehr Gewebe zur Verfügung steht. Diese bisher sehr häufig angewandte Methode wird als Tram-Flap (Tram = Transverse rectus abdominis muscle) bezeichnet. Durch den fehlenden Muskel im Bauch können in manchen Fällen Bauchwandbrüche entstehen. Besonders junge Frauen, die noch Kinder bekommen wollen, sollten daher über Alternativen nachdenken. Zusätzlich können Bauchwandbrüche durch das Einsetzen eines Netzes verhindert werden.

Eine weitere Möglichkeit, aus körpereigenem Gewebe die Brust wieder aufzubauen, ist die sogenannte DIEP-Flap-Methode (= Deep Inferior Epigastric Artery Perforator Flap). Bei der Operation wird der Patientin statt des Muskels ein ellipseförmiger Fett-Gewebe-Lappen mit Blutgefäßen aus dem Bauch entnommen und zu einem Busen geformt.
In feinster mikrochirurgischer Arbeit werden die Blutgefäße freipräpariert und mit kleinsten Nähten an der Brustwand wieder angeschlossen. Weil dieses Verfahren sehr aufwändig ist, dauert die Operation länger (ca. 5 Stunden) als z.B. bei der Tram-Flap Variante, bei der die Gefäße ganz durchtrennt werden.
Die aus Japan stammende Operationsmethode wird in Deutschland in vielen großen plastisch-chirurgischen Kliniken durchgeführt. Entscheidend für den Erfolg der Operation ist ein hohes Maß an Erfahrung mit mikrochirurgischen Eingriffen.
Bei vielen Operateuren gehört diese Methode nicht unbedingt zum Standard. Der Hauptgrund liegt wohl darin, dass diese Variante gezieltes gefäßchirurgisches Wissen erfordert, das nicht alle Operateure besitzen. Dies sollte bei der Wahl der Klinik unbedingt mit einbezogen werden.
Werden die Blutgefäße nicht richtig vernäht, kann es zu Durchblutungsstörungen bis hin zu Thrombosen kommen. Diese Komplikation kann jedoch vor der Operation mit einer spezielle Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) umgangen werden. Dabei kann der Chirurg die Größe der Bauchgefäße, die verwendet werden sollen, bestimmen.

! Die Duplexsonographie hilft generell bei der Wahl der optimalen Rekonstruktionsmethode mit Eigengewebe für die Frau.
Nicht jede Frau ist geeignete "Kandidatin" für die DIEP-Flap-Art des Wiederaufbaus. Beispielsweise ist die lange Operation samt Narkosedauer für Patientinnen mit Herz und Kreislaufproblemen ebenso wie für Diabetikerinnen nicht empfehlenswert.

Vorteil der Diep-Flap ist ein sehr ansprechendes ästhetisches Ergebnis und eine straffe Bauchdecke, da die Bauchmuskeln als solche erhalten bleiben, lediglich ohne Fettpolster. Insofern kommt es - anders als bei der Tram-Flap- nur in ganz seltenen Fällen zu Bauchbrüchen, die dann auf einer Durchblutungsstörung und damit verbundenen schwachen Bauchdecke beruhen.
! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die DIEP-Flap-Methode (Verpflanzen von Fettgewebe) für Sie sinnvoller ist als andere Rekonstruktionsverfahren wie Silikonimplantate oder eine Tram-Flap (Verpflanzen von Muskelgewebe).
Die Krankenkasse übernimmt die Operationskosten ebenso wie bei jedem anderen Wiederaufbauverfahren aus körpereigenem Gewebe.

In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass es auch in Deutschland Spezialisten gibt, die neben Bauchfett bereits gute Erfahrungen mit der Verpflanzung von Fettgewebe aus Oberschenkel oder Po gemacht haben.

<tmi/sei 06.09.04>

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. Erfahrungsberichte
Bericht von E. Gerriets zum Thema der "Diep Flap"- Methode:
Im Jahr 2002 hatte ich Brustkrebs. Damals war ich 40 Jahre alt. Ich habe eine Amputation hinter mir und lange nach einer geeigneten Wiederaufbau-methode gesucht....



Lesen Sie hier den ganzen Bericht...

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