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. Kontrolluntersuchung -
Nachdem die Behandlung des Brustkrebses abgeschlossen ist, müssen regelmäßig Nachuntersuchungen gemacht werden.
Die Meinungen, wie oft eine beschwerdefreie Patientin diese wahrnehmen soll gehen auseinander. Daher gilt folgende Faustregel:
Unabhängig von Beschwerden sollte eine ärztliche Untersuchung innerhalb der ersten 3 Jahre vierteljährlich, dann halbjährlich und ab dem 6. Jahr jährlich gemacht werden. Zum Untersuchungsprogramm gehört neben dem Abtasten der Brüste und Lymphknoten eine Untersuchung des gesamten Körpers. Mammographien beider Brüste sollten in den ersten 3 Jahren halbjährlich und danach jährlich durchgeführt werden.

Falls die Patientin Beschwerden hat oder dem Arzt bei der Untersuchung etwas auffällt kann eventuell eine weitere Diagnostik notwendig werden. Röntgenaufnahmen der Lungen, Ultraschall des Bauches und eine Szintigraphie der Knochen sind dann beispielsweise sinnvoll.

Entdeckung eines erneuten Krebses
Diese Untersuchungen sind enorm wichtig, weil es zu einem erneuten Krebs auf derselben Seite (Rezidiv) oder einem neuen Brustkrebs an der ursprünglich gesunden Brust kommen kann. Außerdem besteht nach Chemo-, Hormon- oder Strahlentherapie ein erhöhtes Risiko, andere Krebserkrankungen (Gebärmutter, Lunge, Haut, Blut) zu bekommen.

Die frühzeitige Entdeckung eines solchen Zweitkrebses ist von entscheidender Bedeutung. Wie schon vor der ersten Krebsbehandlung hat die Selbstuntersuchung der Frau neben den regelmäßigen Arztbesuchen einen großen Stellenwert: Ungefähr 70% aller erneuten Krebserkrankungen werden von der Patientin selbst entdeckt. Darum sollte sie konsequent einmal im Monat beide Brüste sowie die Achselhöhlen und Umgebung abtasten.

! Lernen Sie ihren Körper gut kennen, fällt Ihnen eine Veränderung auf, verlieren Sie rasch an Gewicht, schmerzen die Knochen, bekommen Sie schlecht Luft oder haben Sie einen Husten, der sich nicht bessert, bestehen Gefühlsstörungen oder Kopfschmerzen? Spüren Sie eine Veränderung, dann gehen Sie direkt zum Arzt und warten nicht auf den Nachsorgetermin.
Alle Beschwerden können harmlose Ursachen haben, es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass sie von Metastasen ausgelöst werden. Anders als bisher suchen Mediziner neuerdings jedoch nicht mehr nach Metastasen, wenn keine Beschwerden vorliegen. Begründet wird das damit, dass ein mehr an Untersuchungen in diesem Fall selten mehr Wissen vermittelt. Stattdessen erhöhen die vielen Untersuchungen nur den Leidensdruck und die psychische Belastung für die Patientin.

Zusätzlich zur körperlichen Untersuchung wird von einigen Ärzten eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Tumormarker (CA 15-3, CEA), des Blutbildes und der Leberwerte durchgeführt. Manchmal werden auch das C-Reaktive-Protein (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) mit untersucht. Beide sind allerdings kein sicherer Hinweis auf ein Widerauftreten der Erkrankung, da sie zum Beispiel auch bei Entzündungen, Erkältungen oder viele andere Krankheiten erhöht sein können. Die Bedeutung der Blutuntersuchungen ist daher umstritten und kann eigentlich nur unterstützend dienen.

! Auch wenn es schwer fällt sollten Sie versuchen, ein Mittelmaß zwischen dem Leben mit Brustkrebs und Ihrem Alltag zu finden. Wenn sich all Ihr Denken nur darum dreht, ob Sie eventuell einen neuen Krebs haben, mindert das die Lebensqualität erheblich. Andererseits dürfen Sie den Gedanken an erneuten Krebs nicht wegschieben. Beratungsstellen und Psychologen helfen Ihnen bei dieser Gradwanderung.
Sollte ein erneuter Krebs oder Metastasierung auftreten, gilt hier ebenso wie bei der Ersterkrankung:
Jede Frau braucht ihre individuelle Behandlung und Therapie. Grundsätzlich steht heutzutage bei der erneuten Behandlung einer Krebsart vor allem die Lebensqualität der Frau im Vordergrund und die körperliche Leistung zu erhalten.

Entdeckung eines Lymphödems
Nach einer Operation oder Strahlentherapie kann bei manchen Patientinnen der Arm oder der Rumpf an der betroffenen Körperseite anschwellen. Es entwickelt sich ein sogenanntes Lymphödem (Ödem = Flüssigkeitsansammlung im Gewebe). Aufgrund der schonenden Operationsverfahren heutzutage sind erheblich weniger Frauen von diesem Befund betroffen. Dennoch müssen Viele auch noch Jahre nach der brusterhaltenden Operation als Spätfolge mit so einem Lymphödem rechnen.

Ursächlich für diese Erscheinung ist die operationsbedingte Unterbrechung der Lymphbahnen in der Achselhöhle. Die wichtigste Aufgabe des Lymphgefäßsystems ist der Abtransport von Abfallprodukten der Zellen, Krankheitserregern, Eiweißkörpern und Wasser aus den Geweben. Funktioniert der Abtransport nicht mehr richtig, schwillt das Gewebe an. Der Körper reagiert seinerseits auf die Schwellung mit der Bildung von Binde- und Fettgewebe.

Wieder einmal ist es von entscheidender Bedeutung, das Ödem so schnell wie möglich zu behandeln. Denn nur die Flüssigkeit zu entfernen ist wesentlich einfacher als Binde- und Fettgewebe wieder los zu werden.

Das könnte für ein Lymphödem sprechen:

-   der Arm schwillt an, manchmal nur einen Zentimeter
-   am geschwollenen Arm kann sich ein blutergussartiger Fleck bilden
-   Schmerzen
-   die Muskelkraft lässt nach
-   trotz entsprechender Behandlung verstärkt sich die Schwellung

Je früher Sie mit einem Lymphödem zum Arzt gehen, desto besser die Aussicht auf vollständige Beseitigung der Schwellung!

Diagnostiziert der Arzt ein Lymphödem, so muss er unterscheiden, ob das Ödem aufgrund der Operation, der Strahlung oder durch erneute Ansammlung von Krebszellen entstanden ist. Entsprechend unterschiedlich fällt die Behandlung aus.

Behandlung des Lymphödems
Am besten ist die Patientin zunächst stationär aufgehoben. Dort kann die Schwellung beseitigt werden. Außerdem kann der Patientin schrittweise beigebracht werden, wie sie sich zukünftig selbst behandelt und den Alltag meistert.

Zurück zu Hause wird die Patientin einen Kompressionsarmstrumpf tragen müssen, welcher regelmäßig auf die optimale Passform kontrolliert werden muss. Außerdem sollte sie anstrengende Tätigkeiten wie schweres Tragen oder Fensterputzen vermeiden. Falls der Arzt es angeordnet hat, sollte die Patientin nachts den Arm bandagieren. Zusätzlich sollte sie das Tragen von Armbändern und Armbanduhren und zuviel Übergewicht vermeiden.

! Halten Sie sich an die Anweisungen des Arztes und tragen gewissenhaft den Kompressionsstrumpf, ist das Ödem meistens nach einiger Zeit verschwunden. Der Kompressionsstrumpf muss dann nicht mehr getragen werden.
Zusätzlich empfiehlt sich in den meisten Fällen die Anordnung von Krankengymnastik bei einem Physiotherapeuten. Optimalerweise beherrscht dieser die spezielle Massageform der Lymphdrainage, die in diesem Fall unterstützend wirkt. Keinesfalls sollte der Masseur den Arm kneten!

Behandlung mit Druckwellen-Geräten
Von einer sogenannten Druckwellentherapie ist abzuraten. Abgesehen davon, dass viele Patienten die Therapie mit Druckwellengeräten als sehr schmerzhaft empfinden, schieben die wellen des Gerät die gestauten Eiweißpartikel in Teile des Rumpfes. Dadurch verstärken sich Gewebeveränderungen. Zudem wird bei der Therapie viel mehr Wasser als Eiweiß entzogen. Die Eiweißmasse verstärkt sich entsprechend, was wiederum zu vermehrter Gewebeveränderungen führt.

Vermeidung eines Lymphödems
Unterstützend kann die Frau selber einige Regeln im Alltag beherzigen, damit sich kein Lymphödem bildet. Sie sollte Verletzungen wie Schnittverletzungen mit Küchenmessern vermeiden. Extreme Hitze (Sauna z.B.) und extreme Kälte kann manchmal begünstigend wirken, ebenso wie starke direkte Sonnenbestrahlung. Im Alltag sollte sie sich nicht überbelasten oder sich beim Sport überanstrengen.

Akkupunkturbehandlungen, Blutdruckmessungen oder –abnahmen und Injektionen am betroffenen Arm sind nicht empfehlenswert.

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