Stützpfeiler der Therapie ist die Operation. Der Tumor wird chirurgisch unter Vollnarkose entfernt.
Noch vor über 30 Jahren waren Mediziner der Auffassung, dass nur eine Totalentfernung der Brust die einzige Möglichkeit bei Brustkrebs ist. Glücklicherweise ist das heute nicht mehr so.
Brusterhaltende Operation (Lumpektomie)
Etwa dreiviertel der Patientinnen werden heutzutage brusterhaltend operiert (Lumpektomie).
Das bedeutet: Nur der Teil der Brust, in dem die Geschwulst sitzt, wird mit einem Sicherheitsabstand von ungefähr 2 Zentimetern entfernt. Noch während der Operation müssen die Schnittränder unter dem Mikroskop von einem Pathologen beurteilt werden. Sind noch Krebszellen im Bereich des Schnittrandes zu sehen, muss noch mehr Gewebe herausgeschnitten werden, bis die Geschwulst vollständig entfernt worden ist.
Manchmal wird deshalb die Durchführung einer sogenannten Quadrantenresektion notwendig, bei der das betroffene Viertel der Brust vollständig entfernt wird.
Brustamputation (Mastektomie)
Nach der Operation muss eine Strahlenbehandlung angeschlossen werden. Daher ist bei schwangeren Patientinnen beispielsweise eine brusterhaltende Operation nicht möglich. Auch bei Patientinnen mit multizentrischem, inflammatorischem Brustkrebs ist keine brusterhaltende Operation möglich, da der Krebs hier zu großflächig ist. Gleiches gilt für Frauen, deren Mammographiebefund zahlreichen Mikrokalk aufwies. Hatten Patientinnen bereits eine Strahlentherapie im Bereich des Oberkörpers, sind für sie die Risiken einer erneuten Strahlung zu groß.
Diesen Patientinnen bleibt leider nur die sogenannte Mastektomie, die Entfernung der gesamten Brust mit Haut, Fett- und Drüsengewebe. Hat der Krebs sich schon auf die Brustmuskeln ausgedehnt, so müssen auch diese entfernt werden.
Entfernung der Lymphknoten
Bisher gehört die Entfernung der Achselhöhlen-Lymphknoten der kranken Brust zum Behandlungsstandard. Hierbei werden mindesten 10 Lymphknoten entfernt und unter dem Mikroskop begutachtet. Ob und wie viele Lymphknoten vom Krebs befallen sind, hat eine wichtige Aussagekraft über die Heilungschancen der Patientin und spielt auch eine wichtige Rolle bei der Therapieentscheidung.
Nebenwirkungen der Lymphknotenentfernung
Die Operationsverfahren sind in den letzten Jahren wesentlich schonender geworden. Trotzdem können durch die Operation in seltenen Fällen Nerven verletzt werden, was zu Gefühlsstörungen führen kann. Außerdem kann sich Wundflüssigkeit in der Achselhöhle ansammeln, die vorübergehend die Beweglichkeit im Bereich der Schulter einschränkt. In sehr seltenen Fällen wird der sogenannte Armplexus (ein Geflecht aus Nerven, die für die Bewegung des Armes zuständig sind) verletzt, was zu Lähmungen im Bereich des Armes führen kann.
Weil die Lymphe nicht mehr richtig gut abfließen kann, ist ein Lymphödem (Ansammlung von Lymphflüssigkeit) häufige Folge der Lymphknoten-Entfernung.
Sentinel-Node- Biopsie
Neben der Entfernung der Lymphknoten der Achselhöhle hat sich in den letzen Jahren zunehmend ein neues Verfahren, die Sentinel-Node-Biopsie, etabliert.
Hierbei wird ein bestimmter Lymphknoten („Wächterlymphknoten“) markiert, indem der Arzt einen blauen Farbstoff oder radioaktive Flüssigkeit um die Geschwulst herum spritzt. Die Methode ist völlig ungefährlich und die Substanz wird schnell wieder ausgeschieden. Die Lymphe transportiert die Flüssigkeit zu den Lymphknoten der Achselhöhle und färbt den ersten Lymphknoten, der getroffen wird, sichtbar an. Dieser sogenannte Wächterlymphknoten wird dann als einziger entfernt und unter dem Mikroskop auf eventuelle Krebszellen untersucht. Ergibt diese Untersuchung dass der Lymphknoten frei von Tumorzellen ist, kann unter gegebenen Umständen auf die Entfernung der restlichen Lymphknoten aus der Achsel verzichtet werden.
Das Verfahren wird derzeit noch nicht routinemäßig angewandt. Stattdessen versuchen Mediziner vorläufig nur im Rahmen von Studien die Gleichwertigkeit mit der hergebrachten Operationsmethode zu beweisen.