Hat sich ein Brustdrüsenkrebs herausgestellt, ist entscheidend, welche Art vorliegt. Brustdrüsenkrebs ist nicht gleich Brustdrüsenkrebs.
Es gibt verschiedene Zellen in den Brustdrüsen. Insofern gibt es auch verschiedene Arten von Brustdrüsenkrebs.
Deren Bezeichnung richtet sich nach dem Zelltyp, der betroffenen Stelle im Drüsengewebe und danach, ob der Tumor schon ins Nachbargewebe eingebrochen ist.
Die veränderten Zellen unterscheiden sich in ihren Eigenschaften. Daher sind sie entsprechend leichter oder schwerer zu behandeln. Unterscheidung in situ und invasiv
Man unterscheidet zwischen dem Carcinoma in situ und dem invasivem oder infiltrierendem Karzinom.
Das Carcinoma in situ, der Krebs an Ort und Stelle, bedeutet, dass die Zellen die Basalmembran nicht durchbrochen haben. Daher stellt er nur das Anfangsstadium des Krebses dar (Präinvasives Karzinom). Die Basalmembran ist ein Häutchen, das das Zellgewebe begrenzt und es von seiner Nachbarschaft trennt.
Das Carcinoma in situ ist heilbar, da es niemals Tochterzellen ausstreut.
Durchbricht der Tumor (Gewebsknoten) diese Barriere, heißt das Wachstum invasiv oder infiltrierend. Jetzt kann er Tochterzellen über die Blut- oder Lymphwege ausstreuen. Außerdem entstehen Tochtergeschwülste, die Metastasen.
Tumorarten
a. Milchgangkrebs in situ
Am häufigsten wird Brustkrebs in den Zellen der Milchgänge gefunden, etwa 85 %. Daher heißt die Krebsart Milchgangkrebs (Duktales Carcinoma in situ). Es gibt verschiedene Typen mit unterschiedlicher Prognose. Liegt der Milchgangkrebs in situ vor, ist er heilbar, denn die Basalmembran zur Nachbarzelle ist noch nicht durchbrochen, der Tumor hat noch nicht gestreut.
Meistens ist der Milchgangkrebs nicht tastbar.
Ob eine brusterhaltende Operation oder die Entfernung der ganzen Brust notwendig ist, hängt vor allem von der Größe des Tumors ab und ob es Metastasen gibt. Auch bei mehreren einzelnen Herden unter 4 cm ist je nach Brustgröße eine Brusterhaltung möglich. Der Tumor muss in jedem Fall vollständig entfernt werden, da eine Weiterentwicklung in einen invasiven Krebs nicht selten ist. In manchen Fällen ist eine Nachbestrahlung sinnvoll, vor allem wenn der Tumor große Teile der Brust einnimmt.
b. Drüsenlappenkrebs in situ
Der Drüsenlappenkrebs (Carcinoma lobulare in situ) wird häufiger in beiden Brüsten (bilateral, ca. 30 %) gefunden als andere Arten des Brustkrebses, tritt aber auch innerhalb einer Brust an verschiedenen Stellen auf (multizentrisch, ca. 70 %). Von außen ist dieser Tumor nur in Ausnahmefällen tastbar. Ein infiltrierender Krebs, der ins Nachbargewebe einbricht und Tochterzellen bildet, entsteht aus diesem Tumor so gut wie nie. Die betroffenen Frauen haben nur ein hohes Risiko im Laufe ihres Lebens an invasivem Brustkrebs im Bereich anderer Teile der Brust zu erkranken. Teilweise wird deshalb auch von einer Operation abgesehen und stattdessen engmaschige Kontrollen empfohlen.
c. Invasiver Milchgang- und Drüsenlappenkrebs
Haben der Milchgangkrebs oder der Drüsenlappenkrebs einmal die Basalmembran durchbrochen, wird er als invasives Karzinom bezeichnet. Im Gegensatz zum vorherigen in situ – Zustand vermehrt sich das Bindegewebe um die Krebszellen jetzt und bildet Tochtergeschwülste. Dadurch entstehen weitere, schlecht begrenzbare Knoten. Etwa 85 % aller invasiv wachsenden Brustkrebsformen gehen vom Milchgang aus, nur 15 % von den Drüsenläppchen.
d. Pagetkrebs
Das Paget-Karzinom ist ein seltenes Krebsekzem derjenigen Milchgänge, die direkt hinter der Brustwarze liegen. Damit ist das Paget-Karzinom eine Erscheinungsform des Milchgangskrebses. Durch eine Ausbreitung der Krebszellen in der Hautschicht kommt es zu schuppenden, ekzemartigen Veränderungen im Bereich von Brustwarze und Warzenvorhof. Typerscherweise kommt es zu einem starken Juckreiz bevor ein Knoten tastbar ist. Der Arzt sollte unbedingt einen tiefer liegenden invasiven Krebs ausschließen.
e. Entzündlicher Brustkrebs
Der entzündliche Brustkrebs (inflammatorisches Karzinom) ist die seltenste Art des Mamma Karzinoms. Liegt er vor, ist die Brust warm, rot und geschwollen. Leider hat das inflammatorische Karzinom eine schlechte Prognose.
f. Sarkome der Brust
Diese Form des Krebses kommt so gut wie nie vor. Die Tumore (Sarkome) gehen vom sogenannten Weichteilgewebe der Brust aus, z.B. Bindegewebe, Gefäße, Lymphgewebe. Je nach Art und Ausdehnung fällt die Prognose unterschiedlich aus