Es gibt keine pauschale Behandlung für Patientinnen mit Brustkrebs. Jede betroffene Frau braucht ihre individuelle Behandlungsmethode.
Diese hängt ganz vom Ergebnis einer differenzierten Diagnostik sowie der Art und Größe des Tumors ab. Kommt es zu einer umfangreichen Brustkrebsbehandlung, spielt die anschließende Nachsorge eine große Rolle. Hier erhalten Sie Adressen, die in jedem Stadium der Krebsbehandlung hilfreich sind.
Die erste Entscheidung, die allerdings jetzt getroffen werden muss, ist die Wahl der Klinik.
Die Suche nach der richtigen Klinik
In Deutschland werden immr noch Frauen an der Brust operiert, bei denen der Eingriff gar nicht nötig ist. Häufig liegt das daran, dass ein Operateur nicht immer automatisch ein „Brustexperte“ ist. Damit keine unnötige Operationen oder falschen Behandlungen stattfinden, kommt es entscheidend auf ein erfahrenes Ärztteam in einer speziell auf Brustkrebs ausgerichteten Klinik an.
Brustzentren
Dafür werden zurzeit flächendeckend sogenannte Brustzentren in der gesamten Bundesrepublik eingerichtet.
Spezialisten, Mediziner, Pathologen, Psychologen, Wissenschaftler und Pharmazeuten arbeiten in diesen Zentren Hand in Hand. Der Vorteil für die Frau ist offensichtlich: Durch das Netzwerk von Medizinern bleibt der Patientin ein mühevolles „Laufen von Arzt zu Arzt“ erspart. Sofern ein gynäkologischer Tastbefund Unregelmäßigkeiten ergeben hat, kann die Frau alle weiteren Schritte wie Mammographie oder eine eventuelle Behandlung innerhalb des Brustzentrums einleiten.
Die Einrichtungen müssen bestimmte Qualitätsmerkmale nach europäischen Richtlinien erfüllen. Liegen diese Kriterien vor, erhält die jeweilige Klinik ein Zertifikat, das sie als Brustzentrum auszeichnet. Auch die Krankenkassen werden Brustkrebsbehandlungen in Zukunft nur noch mit diesen speziellen Kliniken abrechnen.
Das Prozedere für die Zertifizierung muss sich momentan noch einspielen. Das nutzen viele Krankenhäuser aus. Ohne dazu berechtigt zu sein, bezeichnen sie sich selbst als Brustzentrum.
Strukturiertes Behandlungprogramm (Disease-Management-Program)
Seit 2002 bieten die gesetzlichen Krankenkassen eine weitere Möglichkeit an, die der Patientin die Suche nach der passenden Klinik abnehmen soll. Mit Unterzeichnung eines Behandlungsvertrages, schreibt sie sich in ein spezielles Behandlungsprogramm für Brustkrebs ein.
Die Patientin hat keine freie Arzt- und Behandlungswahl mehr, sondern muss sich von den Ärzten, die der Vertrag vorschreibt, behandeln lassen. Im Vorfeld haben sich Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Spezialisten zusammengeschlossen, um eine strukturierte und allumfassende Diagnostik und Behandlung zu gewährleisten.
Nimmt die Patientin an dem Programm teil, hat sie wie bei den Brustzentren eine Koordinierungsstelle, von der aus alle weiteren Maßnahmen eingeleitet werden. Sie kann jederzeit ohne Angaben von Gründen von ihrem Behandlungsvertrag zurücktreten.
Problematisch an dem Disease-Management-Program ist derzeit noch die Gewährleistung qualitativer EU-Standards. Die Ärzte und Kliniken, die an dem strukturierten Behandlungsprogramm teilnehmen, sind nicht immer erfahrene Brustspezialisten. Um dieses Qualitätsmerkmal abzusichern, sollen sich die strukturierten Behandlungsprogramme künftig an den Qualifikationsmerkmalen der Brustzentren orientieren. Das hat sich allerdings noch nicht flächendeckend etabliert.